Roland BAUER – Universität Salzburg

FWF–Projekt P14566-HIS

Kurzbericht über den Projektfortschritt im Jahr 2002

Die Arbeiten am Projekt ALD-DM konnten im Laufe des Jahres 2002 zügig fortgesetzt werden, wobei im Rahmen mehrerer Werkverträge weitere 808 Arbeitskarten erstellt, in der Datenbank erfasst und endkorrigiert wurden. Im Jahr 2001 waren unter diesem Titel 620 Arbeitskarten generiert worden. Der Umfang der über WV-Mittel erstellten Datenbank beläuft sich demnach mit Ende des Jahres 2002 auf 311.304 Einträge bzw. Zellen (1.428 Arbeitskarten mal 218 Messpunkte). Neben den bereits im Jahr 2001 eingesetzten Mitarbeitern (Dr. Irmgard DAUTERMANN, Mag. Susanne OLEINEK, Mag. Brigitte RÜHRLINGER, Liza KLINGER), die aufgrund ihrer spezifischen Vorkenntnisse weitere Einschulungsaufgaben innerhalb der Projektgruppe übernehmen konnten, ist im Jahr 2002 der aus dem Nachwuchs des hiesigen Instituts für Romanistik stammende Romanistikstudent Pavel SMECKA neu zum Projekt gestoßen und hat sich mittlerweile bestens in das bestehende Team integriert.

Über Werkverträge Mag. Slawomir SOBOTA konnten im Berichtsjahr 2002 zudem folgende softwaretechnische Schritte gesetzt werden: Erstellung der GIS-Oberfläche (MapInfo) für die Datenvisualisierung im Programm VDM-ALD; Anbindung der ALD-DM-Access-Datenbank an das Programm VDM (Einfügen des Kunstpunktes "Standarditalienisch"; Erstellen der äußeren Polylinie im Textlayer; Festlegung von italienischen Koordina-ten für einzelne Layer; Bearbeiten und Anpassen der Kartenbeschreibung; Polygonisierung (Voronoi), Erstellen eines neuen Textlayers, Projektion: italienisches Koordinatensystem (West); Korrekturen im Textlayer; Konvertierung von MetaFile ALD-DM_poly.wmf in VDM-Polygondefinition; Integrierung von Polygondefinition ins VDM-Projekt, Access; Erstellung der GIS-Oberfläche (MapInfo) für die Datenvisualisierung der 21 dolomitenladinischen Messpunkte im Programm VDM-ALD; Ausgliederung der dolomitenladinisch relevanten ALD-DM-Access-Datenbank und ihre Anbindung an das Programm VDM (Bearbeiten und Anpassen der Kartenbeschreibung; Polygonisierung (Voronoi), Erstellen eines neuen Textlayers, Projektion: italienisches Koordinatensystem (West); Korrekturen im Textlayer; Konvertierung von MetaFile Ladinia_limits.wmf in VDM-Polygondefinition; Integrierung der Polygondefinition in VDM-Projekt.

Über Werkvertrag mit Dr. Edgar HAIMERL wurden die geplanten Upgrades am Softwarepaket VDM realisiert, und zwar: 1. Erweiterungen der Clusteranalyse: Verfahren zur automatischen Vergabe von Farben für Cluster je nach Schwellwert des Fusionsniveaus; Speichern vordefinierter Farbwerte; Spatialisierung der Cluster in Polygonkarten. 2. neue Darstellungsformen: Strahlenkarten zur Darstellung der Ähnlichkeiten zwischen Orten; neuer Segmentierungsalgorithmus MMinMwMaxX zur Hervorhebung der jeweiligen Antipo-den-Orte; variable Skalen (linear-logarithmisch, Verschiebung des Fußpunkts). 3. Arbeitserleichterungen: Vereinheitlichung der Import-Schnittstelle mit automatischer Farbzuweisung; Auswahlmöglichkeit für Arbeitskarten nach in der DB vordefinierten Teilkorpora; graphischer Export von Arbeitskarten und Legenden; softwareseitige Vorbereitung einer mehrsprachigen Oberfläche über verschiedene VDMSprache.DLL.

Zur weltweit abrufbaren Außendokumentation des Projektfortschritts wurde die auf dem institutseigenen Server unter der Internet-Adresse http://ald.sbg.ac.at/ald/alddm/ seit Projektbeginn bestehende Homepage zweisprachig (deutsch-italienisch) ausgebaut und v.a. im graphischen Bereich (Beispielvisualisierungen anhand verschiedener Kartentypen) erweitert. Parallel dazu wurde der Projektleiter mehrfach in Form computerunterstützter Multimedia-Präsentationen bei internationalen Kongressen in Italien tätig. Es sind dies: ein Vortrag in italienischer Sprache zum Thema Analisi dialettometrica dell'ALD-I beim 10. österreichisch-italienischen Linguistentreffen Parallela X in Udine, Friaul (30.5.-1.6.2002), ein Vortrag in deutscher Sprache zum Thema Dolomitenladinische Ähnlichkeitsprofile. Ein Werkstattbericht zur dialektometrischen Analyse des ALD-I beim Rätoromanischen Kolloquium am ladinischen Kulturinstitut von St. Martin in Thurn, Provinz Bozen, Südtirol (26.-28.9.2002) sowie ein weiterer Vortrag in italienischer Sprache zum Thema La dialettometrizzazione del-l'ALD I (con speciale riguardo al Trentino) bei der Tagung Il dialetto nel computer am trentinischen Kulturinstitut von Trient (21.10.2002). Zu den beiden erstgenannten Veranstaltungen ist der Druck von Tagungsakten vorgesehen. Die Bekanntmachung des Projekts in Fachkreisen wurde durch die Veröffentlichung eines ersten wissenschaftlichen Artikels zum Thema Peder, Pire, Piero: namenkundliche Splitter aus dem romanischen Alpenraum als Prolegomena zu einer Dialektometrisierung des ALD-I in der Festschrift zum 60. Geburtstag von H. D. Pohl (Wien, Edition Praesens, 2002, 79-99) ergänzt. Darüber hinaus konnte das Projekt durch die Publikation eines ganzseitigen Zeitungsartikels samt Farbgraphiken in den Salzburger Nachrichten vom 14.12.2002 (Sonderbeilage Uni-Nachrichten, Auflage 155.000 Stück) einer wahrlich breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Fazit zum Berichtsjahr 2002 und Ausblick auf das Jahr 2003:

Unter Einbeziehung der von der Projektleitung in Eigenregie erledigten Arbeiten stand Ende 2002 eine Datenbank mit ca. 3.000, z. T. noch als provisorisch anzusehenden Arbeitskarten zur Verfügung. Dies entspricht bereits rund 75% des insgesamt zu erwartenden Datenvolumens. Für das dritte und letzte Projektjahr kann daher, bei in etwa gleich bleibendem Einsatz an Werkvertragsnehmern, der erfolgreiche Projektabschluss als gesichert angenommen werden. Die bislang verfügbare Datenmenge erlaubt ferner bereits sehr zuverlässige dialektometrische Verrechnungen und Visualisierungen, die z. T. schon in entsprechende Veröffentlichungen (derzeit im Druck) eingeflossen sind. Für das Jahr 2003 ist vorderhand eine weitere Projektpräsentation geplant, und zwar bei der 2. Arbeitstagung zum ALD-II am ladinischen Kulturinstitut von St. Martin in Thurn, Provinz Bozen, Südtirol (10.-13.4.2003).
In softwaretechnischer Hinsicht soll das letzte Projektjahr v.a. dazu genutzt werden, die Kooperation mit Dr. Edgar Haimerl zur Erweiterung und Verbesserung des Dialektometrie-Pakets VDM zu nutzen. Entsprechende Detailplanungen dazu liegen bereits vor.

Salzburg, 6.3.2003