Visualisierungsverfahren

Verschiedene Kartentypen

Ähnlichkeitsprofil (Synopsekarten - mit Referenzpunkt)

Im Ähnlichkeitsprofil sind die Polygone der zum Prüfsbezugspunkt dialektal ähnlichen Orte in rot, Orte mit abnehmender Ähnlichkeit in den Farben orange, gelb, grün, hellblau, dunkelblau eingefärbt. Der Prüfsbezugspunkt selbst ist weiß. Durch Klick mit der Maus auf ein anderes Polygon kann der Prüfsbezugspunkt schnell verändert werden. Dadurch wird es erstmals möglich, interaktiv Dialektgebiete zu erforschen.

Ähnlichkeitsprofile zeigen immer nur eine Zeile der Ähnlichkeitsmatrix an, denn sie enthält alle Ähnlichkeitswerte eines Prüfsbezugspunkts zu allen anderen Orten. Dagegen werten Synopsekarten die gesamte Ähnlichkeitsmatrix aus.

Synopsekarte der Minima

Die Synopsekarte der Minima zeigt für jeden Ort das Minimum der betreffenden Ähnlichkeitsverteilung zu diesem Ort. "Die Orte mit den kleinsten Minimum-Werten können auf ihre Ursprungspunkte zurückbezogen werden. Dies geschieht aber, da es sich um Minima handelt, über große Distanzen, gewissermaßen <von Pol zu Pol>" (Goebl 1984, 143). Die Orte mit den kleinsten Minimumswerten sind als typologische Antipoden zu interpretieren - jedoch können die Antipoden von Fall zu Fall variieren.

Synopsekarte der Mittelwerte

Die Synopsekarte der Mittelwerte zeigt für jeden Ort den Mittelwert der betreffenden Ähnlichkeitsverteilung. Hohe Meßwerte lassen auf gute Kommunikationslagen, i.e. gute Vernetzung, schließen.

Synopsekarte der Median

Die Synopsekarte der Median zeigt für jeden Ort den Median der betreffenden Ähnlichkeitsverteilung. Das Ergebnis ist der Synopsekarte der Mittelwerte sehr ähnlich.

Synopsekarte der Maxima

Die Synopsekarte der Maxima zeigt für jeden Ort das Maximum der betreffenden Ähnlichkeitsverteilung. Hohe Werte treten in Dialektkernen auf (Goebl 1984, 141f.).

Synopsekarte der Standardabweichung

Die Synopsekarte der Standardabweichung zeigt für jeden Ort die Standardabweichung der betreffenden Ähnlichkeitsverteilung. Orte aus Dialektkernen haben eine recht flache Verteilungskurve, d.h. eine hohe Standardabweichung. Orte in Übergangszonen sind durch eine geringe Standardabweichung charakterisiert, d.h. haben viele Nachbarn in mittlerer Entfernung. Das kann man beim Wechsel der Prüfsbezugspunkte im Ähnlichkeitsprofil leicht einsehen, wenn man die verschiedene Form der Häufigkeitsverteilung im Fenster "Histogramm der Klassenhäufigkeit" beobachtet.

Synopsekarte des Variationskoeffizient

Die Synopsekarte des Variationskoeffizient zeigt für jeden Ort den Variationskoeffizient der betreffenden Ähnlichkeitsverteilung; das Ergebnis ist der Synopsekarte der Standardabweichung sehr ähnlich. Der Variationskoeffizient drückt die Standardabweichung in Einheiten vom Mittelwert der jeweilig betrachteten Verteilung aus. Deshalb ist er im Unterschied zur Standardabweichung unabhängig von der Größe des Mittelwerts.

Synopsekarte der Schiefe

Die Schiefe ist ein Maß für die Symmetrie der Ähnlichkeitsverteilung. Die Synopsekarte der Schiefe ist besonders sensibel für Sprachausgleichserscheinungen:

Synopsekarte der Kommunikationsgüte

Die Synopsekarte der Kommunikationsgüte zeigt für jeden Ort die Kommunikationsgüte der betreffenden Ähnlichkeitsverteilung. Meßpunkte mit überdurchschnittlich guter Kommunikationsgüte habe eine gute Kommunikationslage, d.h. von dort aus können andere Orte leicht angesprochen werden (vgl. Goebl 1984, 156).

Synopsekarte  des Interaktionsprodukts

Die Synopsekarte des Interaktionsprodukts zeigt für jeden Ort das Interaktionsprodukt der betreffenden Ähnlichkeitsverteilung (vgl. Goebl 1984, 157).

Synopsekarte des Intersextilabstands

Die Synopsekarte des Intersextilabstands zeigt für jeden Ort den Intersextilabstand der betreffenden Ähnlichkeitsverteilung (vgl. Goebl 1984, 153f.).

Max - MW

Diese Synopsekarte zeigt den Wert Maximum minus Mittelwert

MW - Min

Diese Synopsekarte zeigt den Wert Mittelwert minus Minimum

Spannweite (Max - Min)

Diese Synopsekarte zeigt den Wert Maximum minus Minimum

Max / Mw

Diese Synopsekarte zeigt den Wert Maximum dividiert durch Mittelwert

Antipoden Min

Diese Synopsekarte zeigt alle die Orte farbig, die zu einem anderen Ort minimalen Ähnlichkeit haben. Interessant dabei ist, daß sich die Eigenschaft "Minimum eines anderen Ortes zu sein" auf einige wenige Orte konzentriert. Die Farbgebung zeigt, für wie viele andere Orte ein farbiger Ort das Minimum ist. Tooltips über den farbigen Orten geben Detailinformationen. Wenn man auf einen farbigen Ort klickt, werden die Orte, deren Minimum der angeklickte Ort ist, durch Karrolinien markiert.

Antipoden Max

Diese Synopsekarte zeigt alle die Orte farbig, die zu einem anderen Ort maximale Ähnlichkeit haben. Interessant dabei ist, daß sich die Eigenschaft "Maximu eines anderen Ortes zu sein" auf einige wenige Orte konzentriert. Die Farbgebung zeigt, für wie viele andere Orte ein farbiger Ort das Maximumist. Tooltips über den farbigen Orten geben Detailinformationen. Wenn man auf einen farbigen Ort klickt, werden die Orte, deren Maximum der angeklickte Ort ist, durch Karrolinien markiert.

Auswahl einer Segmentierungsart

Durch Änderung des Segmentieralgorithmus läßt sich der Bildkontrast verringern, bzw. erhöhen.

MINMWMAX (Minmum - Mittelwert - Maximum)

Unter und über dem Mittelwert der der Karte zugrundeliegeden Häufigkeitsverteilung sind die Intervalle gleich breit; der Bildkontrast ist in der Regel hoch. Es entsteht ein ruhiger Flächeneindruck.

MEDMW (Median - Mittelwert)

Unter und über dem Mittelwert sind die Intervalle gleich mächtig, d.h. haben eine gleiche Anzahl von Elementen. Der Bildkontrast ist geringer als bei MINMWMAX.

MED (Median)

Alle Intervalle haben die gleiche Anzahl von Elementen; diese Segmentierung hat den geringsten Bildkontrast. Es entsteht ein bewegter, unruhiger Flächeneindruck.

MMINMWMAXX (abs. Minumum - Minmum - Mittelwert - Maximum - abs. Maximum)

Diese Segmenierungsart ist wie MINMWMAX, nur zusätzlich sind folgende Polygone gekennzeichnet:

Minimum weiß, schräg karriert
Median blau, senkrecht karriert
Mittelwert blau, schräg karriert
Maximum weiß, senkrecht karriert

Als diskreter Mittelwert wird der erste Werte verwendet, der größer als der errechnete Mittelwert ist.

Auswahl der Segmentzahl

Die Zahl der Segmente kann von 2 bis 20 variiert werden. Bei nur 2 Segmenten ergibt sich ein sehr plakativer Gesamteindruck der räumlichen Ähnlichkeitsverteilung. 20 verschiedenfarbige Segmente lassen sich optisch nur schwer unterscheiden, ergeben aber ein fein gegliedertes Kartenbild.


Autor: E.Haimerl